Johann Friedrich Reichardt (1752 - 1814)
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Inhalt:


 

Reichardts Schaffen und Wirken

Johann Friedrich Reichardt

Johann Friedrich Reichardt, geb. am 25.11.1752 in Königsberg, war einer der umfassenst gebildeten und belesensten Komponisten, dessen Person zwar zu Lebzeiten heftigen Kritiken ausgesetzt war, dessen Werk aber in allen Schichten der Bevölkerung vor allem Nord- und Ostdeutschlands wärmste Aufnahme fand. Seine Lieder sang man z.B. in den Grundschulen Schlesiens, während seine Kammermusikwerke und Singspiele am Hofe von Mecklenburg-Schwerin oder in Hamburg gern und oft gespielt wurden. Reichardt begann einseitig orientiert im Banne der "Berlinischen Musik" und verfocht die ästhetischen Prinzipien des Kreises um C.Ph.E. Bach, Ch.G. Krause, F.W. Marpurg; im Alter jedoch bewunderte er weniger voreingenommen die Meisterwerke der Wiener Klassik und war einer der eifrigsten Förderer der jungen Romantikergeneration. Angesichts dieser tiefgreifenden inneren Wandlungen vom Rokkoko und Sturm und Drang zur Tonsprache des mittleren Beethoven ist es unmöglich, sein vielseitiges Werk einer bestimmten Schule oder Stilrichtung einzugliedern. Vielmehr muß man die weite Spanne der Entwicklungsvielfalt  würdigen. In seinen Kompositionen wie auch seiner Musikanschauung blieb er auf dem Wege zwischen den großen Epochen.

Reichardt trat nicht nur hervor als "Singekomponist", als welchen ihn die Nachwelt fast nur mehr kennt, er war auch ein gewandter "theoretischer, historischer und kritischer" Schriftsteller, Gelegenheitsdichter und Maler, der in mehreren Sprachen zu diskutieren vermochte. Er war einerseits ein unterwürfiger Diener bei Hofe, andererseits aber auch ein naturbegeisterter Gärtner und Wanderer im grünen Rock; er war ein fesselnder Lautenspieler, zugleich aber auch ein bewährter Verwaltungsbeamter und freiheitlich-republikanisch gesinnter Journalist; er hatte für die echten Kunstanliegen des Volkes ein ebenso offenes Ohr wie für die tändelnd-oberflächliche Unterhaltung adeliger Kreise. Es war stets sein Bemühen, als "denkender Künstler" und freier humaner Geist anpassungsgewandt in seiner Zeit für das Menschengeschlecht "nützlich" zu wirken. Keine Bevölkerungsschicht lies er daher in seinem Schaffen unbeachtet, dem Kinde wandte er sich als aufgeklärter Philanthrop ebenso gern zu wie der anspruchsvollen Gesellschaft im Hause Goethes. Kunst war ihm nicht nur zum "Zeitvertreib und zur Belustigung" da, sie diente ihm vielmehr zur Bildung "rein- und freisinniger Menschen", ja darüber hinaus zur Veredlung des ganzen Volkes. Selbst als international hoch angesehener königlicher Hofkapellmeister verschmähte er es daher nicht, einfache Kindergesänge zur Förderung einer allgemeinen Volksbildung zu schaffen. Das Ohr des Volkes vermochte er vor allem dadurch für sich zu gewinnen, daß er sich vom "gebundenen Styl" abwandte und statt dessen für den natürlich-ungekünstelten Satz, für Gefühl und Empfindung in der Tonkunst leidenschaftlich eintrat. Als verloren gegangene und wieder zu erringende Grundlage allen Musikschaffens betrachtete er das Volkslied, auf das man "wie der Seemann auf den Polarstern achten" müsse. So konnte 1787 ein Zeitgenosse über das Lied als den Kern des Reichardtschen Werkes zu Recht schreiben: "Seine Lieder sind im Geist der Nation geschrieben, tragen das Gepräge der Natur, und verdanken der Kunst nichts , als jene Grazie, die angeborene Schönheit nur bemerkbarer macht." (Büsten berlinischer Gelehrten und Künstler, Leipzig 1787, 259)

Johann Friedrich Reichardt starb am 27.06.1814 in Folge eines schweren Magenleidens in Giebichenstein bei Halle.


 

Kurzer Lebenslauf:

> Jahr Biographisches Zeitlich Paralleles
       
  1752 Johann Friedrich Reichardt wird in Königsberg als Sohn des Stadtmusikus Johann Reichardt, eines geschätzten Lautenlehrers, geboren. Der deutsche Schauspieler Eckhof. Wachsende Spannung zwischen Bürgertum und Adel, Land und Großstadt. Die 1750 gegründete Schauspieltruppe von Koch in Leipzig, das zum Mittelpunkt der deutschen Singspielbewegung und des Musikverlags wird. Johann Joachim Quantz, musikalisches Lehrbuch: "Versuch einer Anweisung, die Flöte traversière zu spielen". Christian Gottfired Krause: "Von der musikalischen Poesie".
  1762 beginnt der Vater R. mit seinem "Wunderknaben" Konzertreisen im Raum zwischen Riga und Danzig. Glucks "Orfeo ed Euridice" in Wien. Wendung zu vertifter Auffassung der Oper. Mozarts erste Kunstreise nach München und Wien. In London: Thomas Arne mit der ersten englischen Oper in durchkomponierter Form "Artaxerxes", ohne gesprochenen Dialog. Rousseau: "Émile". Kaiserin Katharina II von Rußland unterstützt Künste und Wissenschaft, Handel und Industrie.
  1768 wird R. auf Betreiben Kants als Student der Rechtswissenschaft an der Universität Königsberg immatrikuliert. Das Studium wird weitgehend durch ein ungebundenes Studentenleben verdrängt. Mozart: Schäferspiel "Bastien und Bastienne" und die kleine c-Moll-Messe. Luigi Boccherinis erste Kammermusikwerke. - James Cooks erste Weltumseglung. Encyklopaedia britannica.
  1771 entgeht R. einer bürgerlichen Berufswahl durch eine unter Sturm- und Drang-Zeichen stehende Virtuosenreise. Hasses letzte Oper "Ruggiero", Mozarts vierte Oper "Ascanio in Alba", beide in Mailand. - Burneys musikalische Reisetagebücher beginnen zu erscheinen. Gründung der WienerTonkünstlersocietät (Witwen und Waisenkasse), alljährliche Benefizkonzerte. Staatliches Konservatorium für Musik in Stockholm unter deutschem Einfluß. - Klopstocks Oden erschienen in Gesamtausgabe. Matthias Claudius gründet den "Wandsbecker Boten". Gustav III von Schweden besteigt den Thron.
  1774 kehrt R. nach Königsberg zurück. Er wird preußisch-extraordinärer Kammersekretär in Ragnit und scheint den Musikerberuf aufgeben zu wollen. Gluck: "Iphigenie in Aulis" in Wien. "Orfeo" in franz. Bearbeitung. Georg Benda schreibt das Melodram "Ariadne auf Naxos". Haydns Oratorium "Il ritorno di Tobia". Joh.A.Hiller gründet in Leipzig einen bürgerlichen Singverein. Kirnberger: "Die Kunst des reinen Satzes". - Goethe: "Werthers Leiden". Basedow gründet in Dessau das "Philanthropen" mit Kupfern von Chodowiecki. Der Satiriker Lichtenberg. Ludwig XV von Frankreich stirbt. Sein Nachfolger Ludwig XVI.
  1775 beruft Friedrich II unerwartet R. als königlich-preußischen Kapellmeister. Joh.Andrés Komposition der Bürgerschen "Leonore"; Anfänge der Balladenkomposition. Mozart: 5 Violinenkonzerte, "La finta giadiniera" (München). Bendas Singspiel "Der Dorfjahrmarkt". Steigende Bedeutung wandernder Opern- und Schauspieltruppen (Seiler, Doebbelin, Großmann). - Goethe an den Hof des Herzogs Carl August in Weimar; Arbeit am "Urfaust". Lavaters "Physiognomische Fragmente". Gluck-Büste von Houdon. Erste Dichtungen Gerstenbergs. J-H-Campe verbreitet Kinder- und Jugendschriften (erneuerter "Robinson" von Defoe).
  1777 zieht sich R. resignierend zurück, heiratet Juliane Benda, die ihm 3 Kinder zur Welt bringt und verlegt seine Haupttätigkeit auf die Abfassung von Schriften, Liedern und Instrumentalwerken. Glucks "Armide" in Paris. Haydn: Opera buffa "Il mondo della luna". - Der Dichter Schubart auf dem Hohenasperg eingekerkert, Gedicht "Die Fürstengruft". Sulzer: einflußreiche "Allgemeine Theorie der schönen Künste".
  1783 erste Italien-Reise R.s Auf der Rückreise sucht er in Wien Gluck und Kaiser Josef II auf. Am 5. Mai stirbt seine Frau Juliane. Bereits am 14. Dezember heiratet er in Hamburg die verwitwete Johanna Dorothea Wilhelmina Alberti-Hensler, die ihm fünf Kinder zur Welt bringt. Joh.A.Hasse stirbt in Venedig. Mozart: Große Messe c-Moll. Reichardt: Goethes "Veilchen". Beethoven: Jugendsonaten. Gluck plant Oper nach Klopstocks "Herrmannsschlacht". Cramers "Magazin der Musik" beginnt zu erscheinen. Anwachsen periodischer Zeitschriften in Deutschland. - Erste Luftballonfahrten. Friedrich Ludwig Schröders deutsche Shakespeare-Aufführungen.
  1785 erhält R. von seinem König Urlaub zu einer Reise nach London; anschließender Aufenthalt in Paris. Nur widerwillig begibt er sich wieder nach Berlin, wo er sich vor allem dem Aufbau von "Concerts spirituels" widmet. Haydn: "Die 7 Worte Jesu" (f. Streichquartett). Mozart: Goethes "Veilchen". Dittersdorf: "Symphonien nach Ovids Metamorphosen". Beethoven: die frühen Klavierquartette. - Iffland: "Der Jäger". Das bürgerliche Sittendrama. Rührstücke.
  1786 reist R. abermals nach Paris. Kehrt ohne nachhaltigen Anklang zurück. Am 17. August stirbt Friedrich II. R. begibt sich eiligst nach Berlin. Auch der neue Landsherr Friedrich Wlhelm II vermag ihn nicht gänzlich an Berlin zu fesseln. Engere Beziehungen zu Goethe, Schiller und Herder. Mozart: "Figaros Hochzeit" in Wien und Prag. C.M.von Weber in Eutin geboren. Dittersdorf: Singspiel "Doktor und Apotheker". - Goethes erste italienische Reise; in Rom der Maler Tischbein und die Malerin Angelika Kauffmann. "Königliches Nationaltheater" in Berlin eröffnet.
  1788 versucht R. abermals sein Glück in Paris. Carl Phil.Em. Bach stirbt in Hamburg. Mozarts letzte Symphonien. Die sog. "Rettungsopern" entstehen: Méhul, Cherubini, Berton, R.Kreutzer. Haydns Oxford-Symphonie. Cherubini siedelt nach Paris über. Forkels "allgemeine Geschichte der Musik" erscheint (1801). - Goethe: "Torquato Tasso", Beendigung des "Egmont". Kants "Kritik der praktischen Vernunft". Schopenhauer geboren.
  1790 reist R. nach Neapel. Sein Sympathisieren mit der Frz. Revolution verstärkt in Berlin feindliche Stimmung gegen ihn. Mozart: "Cosi fan tutte". Wiener Singspiele (Weigl, Wranitzky). Haydns erste England-Reise (12 Londonder Symphonien). Schikaneder leitet Theater an der Wien, dichtet "Die Zauberflöte" für Mozart. Simrock begründet in Bonn einen Musikverlag. - Joseph II von Habsburg stirbt. Sein NAchfolger Leopold II - Kants "Kritik der Urteilskraft" mit bedeutenden Bemerkngen zur Musikästhetik.
  1792 ausgedehnte Frankreich-Reise R.s. Beethoven in Wien. Mozart ist am 5.12.91 in Wien gestorben. Cimarosa: "Die heimliche Ehe". Rossini in Pesaro geboren. Die Marseillaise entsteht. Frankreich durch den Nationalkonvent zur Republik erklärt. Wirken des spanischen Malers Goya.
  1793 lebt R. in Hamburg und Skandinavien. Hillers "Choralbuch" erscheint. Pariser Schreckensherrschaft. Ludwig XVI enthauptet. 1. Koalitionskrieg gegen Frankreich.
  1794 wird R. ohne Pension als kgl. Kapellmeister entlassen. Er verläßt die Hauptstadt und übersiedelt nach Giebichenstein, kauft am 4. Juli das Kästnersche Kossätengut. Haydns zweite England-Reise. Andauernder Erfolg des Zaubersingspiels in Wien. Wenzel Müller, Franz Xaver Süßmayer. Mäzenatentum des österreichischen Hochadels. - Fichtes Wissenschaftslehre
  1796 wird R. begnadigt und zum Salinendirektor in Halle ernannt, lebt fortan "sich selbst". Giebichenstein wird zur "Herberge der Romantik". Aufschwung der deutschen Liedkomposition unter dem Einfluß R.s (Beethoven, Zelter, Zumsteeg). Beethoven in Prag und Berlin. Schenk: "Der Dorfbarbier". Carl Loewe geboren. - Schillers erster Musenalmanach. Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre. Iffland Direktor des Nationaltheaters.
  1802 dämpft R.s Paris-Reise seine frankophile Begeisterung beträchtlich. Wird zu einem der erbittertsten Feinde Napoleons. Beethovens Heiligenstädter Testament. Klaviersonaten op.31 Gründung der Petersburger Philharmonischen Gesellschaft. Forkels Schrift über Bach. - Herders "Cid". Chateaubriand erweckt die frz. Romantik. In Rußland bereitet Karamsin mit seinen Romanen das Wirken Puschkins vor.
  1806 flieht R. nach der Besetzung und Plünderung seines Besitztums durch frz. Truppen nach Danzig. Beteiligt sich als preußischer Patriot an der Verteidigung seiner Heimatprovinz. Beethoven vollendet 4. Symphonie. Violinkonzert, Leonoren-Ouvertüre 3 und die Rasumowsky-Quartette. Prinz Louis Ferdinand von Preußen fällt bei Saalfeld. Schubarts nachgelassene "Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst". Der Cellist Jean-Louis Duport leitet mit dem "Essai sur le doigté du violoncelle" zu neuer Virtuosität hin. C.M. von Weber schreibt seine beiden Symphonien. - Hegel: "Phänomenologie des Geistes". Kleist: "Der zerbrochene Krug". Der Rheinbund: Auflösung des deutschen Reiches. Schlacht von Jena und Auerstedt.
  1807 wagt R., in sein verwüstetes Gut zurückzukehren. Den völlig Verarmten ernennt König Jérôme in Kassel zu seinem Generaldirektor der Theater. Nur knappe zehn Monate vermag sich R. zu halten. Wird nach Wien abgeschoben, wo er 1808 eintrifft. Beethoven: C-Dur-Messe, "Coriolan"-Ouvertüre. "Appassionata", Tripelkonzert, Weber wird herzöglicher Sekretär in Stuttgart. Méhul: "Joseph in Ägypten". Spontini: "Die Vestalin". Abbé Vogler Hofkapellmeister in Darmstadt. Mailänder Konservatorium gegründet. Zelter: Ripienschule. - Friede von Tilsit. Fichtes "Reden an die deutsche Nation". Das erste Dampfboot.
  1808 macht R. das Erlebnis von Haydn, Mozart und Beethoven verspätet für die Wiener Klassik aufgeschlossen. Beethoven: 5. und 6. Symphonie. Romberg: "Die Glocke". E.T.A., Hoffmann als Theaterkapellmeister nach Bamberg. Gründung der Schweizerischen Musikgesellschaft. - Kleist: "Penthesilea". Uhland: erste Balladen. W. von Humboldt begründet Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht im preußischen Ministerium. Prud'hon malt "Gerechtigkeit und Rache".
  1812/13 unternimmt R. letzte Reisen nach Berlin, Breslau und Leipzig. Die Mitwelt vergißt ihn und sein Werk. Spohr Kapellmeister am Theater a.d. Wien. Aufblühen der zweiten schwäbischen Dichterschule (Uhland, Kerner, Schwab, Mörike). Boieldieu: "Johann von Paris". Gründung der "Gesellschaft der Musikfreunde" in Wien. Mozarts "Don Giovanni" zum 1. Mal in England. 1813 Wagner und Verdi geboren. - Universität Frankfurt/Oder nach Breslau verlegt. Kleists Freitod. Tieck: "phantastus". Grimm: Kinder- und Hausmärchen. - Niederlage Napoleons in Rußland. Emanzipation der Juden in Deutschland. 1813: Befreiungskrieg, Völkerschlacht bei Leipzig. Wieland gestorben.
  1814 R. stirbt an den Folgen eines Magenleidens. Absetzung Napoleons. Wiener Kongreß. Drückende Zensur. Goethe: West-östlicher Divan. Hoffmann: Phantasiestücke in Callots Manier. Rückert: Geharnischte Sonette. Aufschwung des preußischen Schulwesens durch die Ideen Pestalozzis.
       


 

Kurzgefaßtes Werkverzeichnis:

Musikalische Werke:

    Die meisten der ein- und mehrstimmigen Lieder, Oden, Balladen, Romanzen und Deklamationen mit Klavier, 2 Hörnern oder Harfe, deren Entstehungszeit in vielen Fällen nicht genau auszumachen ist, fingen sich in Sammlungen.
     
    1773 Vermischte Musikalien, Riga
    1775 Gesänge fürs schöne Geschlecht, Berlin
    1779 Oden und Lieder von Klopstock, Stolberg, Claudius und Hölty, Berlin
    1780 Oden und Lieder von Goethe, Bürger, Sprickmann, Voß und Thomsen, Berlin
    1781 Oden und Lieder von Herder, Goethe und anderen, Berlin
    1781 Karoline Ch.L. Rudolphi, Gedichte, herausgegeben und mit einigen Melodien begleitet
    1781 Frohe Lieder für deutsche Männer, Berlin
    1782 Oden und Lieder von Uz, Kleist und Hagedorn, Grottkau
    1782 Lieder von Gleim und Jacobi, Gotha
    1788 Deutsche Gesänge mit Klavierbegleitung, Leipzig
    1790 Lieder für Kinder aus Campes Kinderbibliothek, I-II, Hamburg, Wolfenbüttel, Braunschweig
    1790 Geistliche Gesänge von Lavater, Winterthur
    1790 - 1795 Cäcilia, I-IV, Berlin
    1792 - 1795 Musikalischer Blumenstrauß, I-IV, Berlin
    1794 Goethes lyrische Gedichte, Berlin
    1794 Deutsche Gesänge beim Klavier von Matthisson, Berlin
    1796 - 1797 Lieder geselliger Freude, Leipzig
    1797 Gesänge der Klage und des Trostes, Berlin
    1798 u.1804 Lieder der Liebe und der Einsamkeit, Leipzig
    1798 Wiegenlieder für gute deutsche Mütter, Leipzig
    1799 - 1804 Neue Lieder geselliger Freude, Leipzig
    1799 Lieder für die Jugend I-II, Leipzig
    1799 Sonetto e Canzoni di Petrarca, Berolina o.J.
    1800 Deux Odes de Frédéric le Grand, Berlin
    1800 12 Deutsche Lieder von Joh. Friedr. und Luise Reichardt, Zerbst
    1802 Six canzonettes italiennes et six romances françaises, Paris
    1803 Blumenkranz dem Jahre 1803 geflochten, Berlin
    1804 12 Elegien und Romanzen, Oranienburg
    1805 Romantische Gesänge, Leipzig
    1806 Le Troubadour italien, français et allemand, Berlin
    1809 - 1811 Goethes Lieder, Oden, Balladen und Romanzen I-IV, Leipzig
    1810 Schillers lyrische Gedichte, Leipzig


 Bühnenwerke:

Singspiele:

  • Hänschen und Gretchen (Sedaine) 1772
  • Amors Guckkasten (Michaelis) 1773
  • Der Bleidecker (Ahorn) 1778
  • Der Holzhauer
  • Liebe nur beglückt (Reichardt) 1781
  • Claudine von Villa Bella (Goethe) 1789
  • Jery und Bätely (Goethe) 1790
  • Lila (Goethe) 1791
  • Erwin und Elmire (Goethe) 1794
  • Lied zu Der Groß-Kophta (Goethe) 1792

Liederspiele:

  • Lieb und Treue 1800
  • Der Jubel 1800
  • Kunst und Liebe 1807

Opern:

  • Le feste galante (Villati) 1774
  • Panthée (Berquin) 1785/86
  • Tamerlan (Mandonville) 1785/1800
  • L'heureux naufrage (?) 1808
  • Andromeda (Filistri) 1787
  • Protesilao (Sertor) 1789
  • Brenno (Filistri) 1789
  • L'Olimpiade (Metsatasio) 1791
  • Die Geisterinsel (Gotter nach Shakespeare) 1798
  • Rosmonda (Filistri) 1801
  • Das Zauberschloß (Kotzebue) 1801
  • Das blaue Ungeheuer (nach Gozzi von Reichardt) 1808
  • Bradamante (Collin) 1808/09
  • Der Taucher (Bürde) 1810
  • Sakontala (Tieck) Fragment verscollen. 1813/14

Melodramen:

  • Cephalus und Prokris (Ramler) 1777
  • Ino (Brandes) 1779
  • Herkules Tod (nach Sophokles) 1801

Schauspielmusiken:

  • Macbeth (Shakespeare/Bürger) 1787
  • Angelica liberata (?) 1797
  • Die Kreuzfahrer (Kotzebue) 1801
  • Die Hussiten vor Naumburg (Kotzebue) 1802
  • Clavigo (Goethe) 1803
  • Egmont (Goethe) 1807
  • Faust I (Goethe) 1809
  • Iphigenia (Goethe) ?
  • Torquato Tasso (Goethe) ?
  • Die Räuber (Schiller) ?
  • Die Jungfrau von Orleans (Schiller) 1810
  • Wallenstein (Schiller) ?

Ballette:

  • Orpheus 1770
  • Trippstrill 1765 - 1770
  • Il Genio della Russia e il Genio della Prussia 1776
 

außerdem Überarbeitungen fremder Werke, Einlagearien in Opern anderer Komponisten und Konzertarien


 Motetten, Kantaten, Oratorien:

  • An die Musik, 1778
  • Ariadne auf Naxos, 1780
  • Der May, 1780
  • Die Hirten bei der Krippe, 1782
  • La passione di Gesù Cristo, 1783
  • Der Saemann saeet den Samen, um 1784
  • Der Mensch lebt und bestehet, um 1784
  • Der 64. Psalm, 1784
  • Der Sieg des Messias, 1784
  • Weihnachts-Cantilene, 1786
  • Cantata in the Prise of Handel, 1785
  • Auferstehungs-Oratorium, 1785
  • La Danza, 1786
  • Cantus lugubris in obitum Friderici Magni Borussorum Regis, 1787
  • Cantata per il giorno natalizio della Principessa Frederica di Prussia, 1787
  • Il consiglio, 1788
  • Amor timido, 1788
  • Musikalische Feier zum Andenken Friedrichs des Großen, 1788
  • Trauerode auf den Tod der Großfürstin Helena, Erbprinzessin von Mecklenburg-Schwerin, 1805
  • Miltons Morgengesang, 1808
  • Kantate auf die Einweihung der Berliner Universität, am 15.10.1810
  • Kantate auf den Tod der Königin Luise von Preußen, 1810
  • Das neue Jahrhundert, eine prophetische Ode von Klopstock, 1814

 Instrumentalwerke:

  • Claviersonaten, der durchlauchtigsten Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach, Annen-Amalien, 1772
  • Concerto per il Clavicembalo, 1772
  • Vermischte Musicalien, 1773
  • Concerto per il Violino concertato, 1773
  • 6 Concerts pour le clavecin ou le pianoforte, à l'usage de beau sexe, 1774
  • Quartetto per 2 Violini, Viola e Violoncello, 1774
  • Sonata 3 a due Violino e Basso, 1774
  • 6 Sonate per il Cembalo, 1776
  • 6 Sonates pour le Clavecin avec accompagnement d'un violon, 1777
  • Concerto per il Cembalo, 1776
  • 6 Sonate a due Violini e Violoncello, 1778
  • 6 Sonate per il Violino solo e Basso, 1778
  • 6 Sonate per il Cembalo, 1778
  • 6 Sonates pour le Clavecin ou le Pianoforte, 1782
  • 3 Trios à Violon, Viola e Violoncello, 1782
  • Kleine Klavier- und Singstücke, 1783
  • 3 Quintettes, 1785
  • 4 Sonates pour le Clavecin ou le Pianoforte avec accompagnement de Violon, 1785
  • Sonata per il Clavicembalo o Pianoforte con Flauto obligato, 1787
  • 4 Sonates pour le Pianoforte, 1783/89
  • 100 leichte Übungsstücke für zwei Waldhörner, o.J.
  • Grande Sonate pour la Pianoforte, um 1813
  • 2me Sonate pour le Pianoforte, composée pour la Baronne de Ertmann, 1814
  • Schlachtsymphonie, 1814
  • Overtura di Vittoria, 1814

 Schriften:

  • Briefe eines aufmerksamen Reisenden die Musik betreffend, Frankfurt u. Leipzig 1774 - 1776
  • Über die deutsche comische Oper, Hamburg 1774
  • Schreiben über die Berlinische Musik, Hamburg 1775
  • Über die Pflichten des Ripien-Violinsten, Berlin und Leipzig 1776
  • An die Jugend. Aufmunterung zum reinen und richtigen Gesang, Basel 1777
  • Leben des berühmten Tonkünstlers Heinrich Wilhelm Gulden, nacher genannt Guglielmo Enrico Fiorno, Erster Teil (alles Erschienene), Berlin 1779
  • An den Verfasser des Aufsatzes über Kirchenmusik im deutschen Museum, Oktober 1780
  • Musikalisches Kunstmagazin, I-II, Berlin 1782 und 1791
  • Georg Friedrich Händels Jugend, Berlin 1785
  • Schreiben an den Grafen von Mirabeau, Lavater betreffend, Hamburg 1786
  • Moses Mendelsohn an die Freunde Leßings. Ein Anhang zu Herrn Jacobis Briefwechsel über die Lehre des Spinoza, Berlin 1786
  • An das musikalische Publikum seine französischen Opern Tamerlan und Panthée betreffend, Hamburg 1787
  • Vertraute Briefe über Frankreich, I-II, Berlin 1792
  • Etwas über Musik, Berlin 1795
  • Ernst Wilhelm Wolff, Herzöglich-Weimarscher Kapellmeister, 1795
  • Wanderungen und Träumereien im Gebiete der Tonkunst. Tischgespräch über Kirchenmusik, 1795
  • Über die Schändlickeit der Angeberei, Berlin 1795
  • Deutschland I-IV, Berlin 1796
  • Frankreich I-XII, Altona 1795 bis 1800
  • Musikalischer Almanach, Berlin 1796
  • Karl Fasch, Berlin 1797
  • Über Hildegard von Hohenthal, Berlin 1797
  • An die Freunde der edlen Musik, Berlin 1797
  • J.A.P. Schulz, 1800
  • Briefe an einen Freund über die Musik in Berlin, 1800
  • Etwas über das Liederspiel, 1800
  • Vertraute Briefe aus Paris, geschrieben in den Jahren 1802 und 1803, Hamburg 1804/05
  • Autobiographie in Berlinische Musikalische Zeitung, 1805 und 1813
  • Haupt- und Staatsittenspiegel für Groß' und Kleine: darin Der Rheingraf, ein Schauspiel in 5 Aufzügen, Hamburg 1806
  • Vertraute Briefe geschrieben auf einer Reise nach Wien und den Oestereichischen Staaten 1808/1809, Amsterdam 1810
  • Kant und Hamann, 1812


 

Quellen

  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart - Allgemeine Enzyklopädie der Musik, Bärenreiter Kassel - Basel - London - New York 1963
  • Dietrich Fischer-Dieskau: "Weil nicht alle Blütenträume reiften. Johann Friedrich Reichardt - Hofkapellmeister dreier Preußenkönige", Stuttgart: DVA, 1992


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