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CD-Produktionen Die CD-Produktionen des Universitätschores "Johann Friedrich Reichardt" |
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Die bis dato erschienen CD-Produktionen des Universitätschores entstanden im Zeitraum von 1992-2008. Sie belegen u.a. die enge Zusammenarbeit des Chores mit dem "Akademischen Orchester" der Universität, mit dem drei der hier besprochenen acht CD’s gemeinsam entstanden. Drei der acht Tonträger widmen sich außerdem besonders den chorsinfonischen Werken des Bach-Zeitgenossen Johann Friedrich Fasch (1688-1758). Dem interessierten Hörer eröffnet sich eine musikalische Entdeckungsreise, denn ein Großteil der Aufnahmen sind Weltersteinspielungen. Abgesehen von der ersten Fasch CD (1992) sind alle Aufnahmen noch erhältlich. |
| Weltliche und geistliche Werke mitteldeutscher Komponisten |
Der Universitätschor "Johann Friedrich Reichardt" präsentierte pünktlich zu Beginn des Händel-Jahres 2009 seine neue CD "Chormusik aus Mitteldeutschland", bei der neben den Mitgliedern des Chores selbst noch drei andere Musiker mitwirkten: Irénée Peyrot, Organist der Marktkirche, sowie Anne Well (Violoncello) und Ralf Griese (Kontrabass) vom Händel-Festspielorchester. Auf der 8. CD des Reichardt-Chores erklingen geistliche und weltliche Kompositionen aus Vergangenheit und Gegenwart, die im Zeitraum von über 500 Jahren im Kulturraum Mitteldeutschland entstanden sind. Darunter befinden sich Werke so berühmter Komponisten wie Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johann Friedrich Reichardt, Max Reger und Rudolf Mauersberger, aber auch Lieder weniger bekannter Meister wie Sethus Calvisius, Johann Heinrich Rolle, Carl-Heinz Dieckmann und Jürgen Golle. Ein besonderer Beitrag zum Händel-Jahr sind das Anthem "As pants the hart" aus den Chapel Royal Anthems und Orgelwerke von Georg Friedrich Händel. Mitherausgeber der CD ist die Stiftung Händelhaus. Gefördert wurde die Produktion von der Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Industrie-Club Mitteldeutschland zu Halle, dem Studentenwerk Halle und dem Freundeskreises des Chores. Offizieller Verkaufsbeginn für die CD war am Montag, dem 19. Januar 2009. Sie ist seit dem für 12 Euro unter anderem im Uni-Shop (mit Info-Punkt), Marktschlösschen, Marktplatz 13, erhältlich. Vom Erlös geht bei jedem verkauften Exemplar ein Euro an den Verein "Wir helfen" der Mitteldeutschen Zeitung. Überdies steckt die CD in einem besonderen Paket: Sie wird vom halleschen Hasenverlag zusammen mit der Buchedition "Dichtergarten Giebichenstein. Romantiker in Halle" vertrieben. |
| Weihnachtliche Klänge aus dem Gewölbe |
Auf dieser aktuellen CD wurden neben traditionellen deutschsprachigen Weihnachtsliedern insbesondere weihnachtliche Kompositionen hallescher Komponisten (S. Scheidt, G.F.Händel, J.F.Reichardt, C. Loewe und G.Wohlgemuth) aus fünf Jahrhunderten aufgenommen. Europäische Chormusik zur Weihnachtszeit, sehr selten zu hörende, farbige Vokalsätze sowie stimmungsvolle Kompositionen für Harfe und Flöte vervollständigen eine reizvolle Titelfolge. |
| Plädoyer für die a-capella Chormusik |
Daß der Universitätschor Halle nicht nur große chorsinfonische Werke singt und beherrscht, beweist diese CD, die aus einer Idee und Spende von Bärbel Zech, der Witwe des langjährigen Chorleiters Carlferdinand Zech, entstanden ist. Hinzu kamen weitere Zuwendungen von Frau Elke Goldberg, der Familie Daniel und Beate Brandl und die Unterstützung des Freundeskreises des Chores. |
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| Musikalische Begegnungen aus 5 Jahrhunderten |
Aus Anlaß des 500jährigen Jubiläums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entstand in Zusammenarbeit mit dem "Johann Friedrich Fasch"-Ensemble, dem Akademischen Orchester der Universität und namhaften Solisten diese CD als "musikalische Zeitreise" durch die hallesch-universitäre Musiklandschaft. Zu hören sind die Kantate "Lobet den Herrn mit Jauchzen" für Soli, Chor und Orchester von Daniel Gottlob Türk (1750-1813), dem ersten Universitätsmusikdirektor Halles, Ausschnitte aus "Neun deutsche Arien" von Georg Friedrich Händel (1685-1759), das Konzert e-Moll für Cembalo, Streichorchester und Basso continuo Fk 43 von Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) sowie 4 Lieder für gemischten Chor a capella von Robert Franz (1815-1892). |
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| Subtile Pfade in die Romantik |
In der vierten CD-Einspielung des Universitätschores von 1999 kann man Chor- und Orgelwerke der Romantik erleben. Erneute reizte den Dirigenten und die Sänger das unbekanntere Repertoire in Form der subtilen d-Moll Messe für gemischten Chor und Orgel CWV 103 des Liszt-Verehrers Peter Cornelius (1824-1874). Gemeinsam mit Matthias Dreißig an der Hüfken-Orgel der Laurentiuskirche lotet der Chor strahlend die Klangschönheiten des Werks aus, ohne dabei an Prägnanz zu verlieren. Das musikalische Kolorit dieser cantus-firmus Messe, das durch organische Modulationen erreicht wird, kommt voll zum Tragen. Auch in den bekannten Motetten wie "Herr nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren" von Felix Mendelssohn Bartholdy beweist der Chor auf dieser CD seine Meisterschaft im Bereich der a-capella Literatur. Plastisch werden harmonische Wechsel und die Themenköpfe herausgearbeitet. Gelegentliche Intonationstrübungen werden durch lebendiges Musizieren der Studenten ausgeglichen. Auf dieser sehr stimmungsvollen CD findet sich auch die Orgelsonate d-Moll op.11 von August Gottfried Ritter. |
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| "Jung wie ein Adler" - Ersteinspielungen als Herausforderung |
Schon der einleitende Kantatensatz "Lobe den Herrn meine Seele" zeigt die Qualitäten der Einspielung von unveröffentlichten mitteldeutschen Barockkantaten von Georg Philipp Telemann und Johann Friedrich Fasch, die 1998 in der Laurentiuskirche zu Halle entstand. Dabei wirkten das auf historischen Instrumenten spielende Johann Friedrich Fasch-Ensemble, hervorragende Solisten und der Kammerchor des Universitätschores mit. Der Chorklang ist im einleitenden Kantatensatz wieder präsent und frisch, ja wie es im Text Faschs heißt "jung wie ein Adler". Die zur geistlichen Erbauung dienende Kantate "Lobe den Herrn, meine Seele" TWV 1:1054 von Telemann ist in musikalischer Hinsicht besonders erwähnenswert. Hier wechseln sich zarte Koloraturen mit volltönenden Arien (Gott hat alles wohl gemacht), vergeistigten Chorälen und polyphonen Chören ab. Im konzertierenden Spiel der Streicher und Holzbläser soll sich Telemann an stilistische Merkmale sizilianischer Musik angelehnt haben. Spielerisch widmet sich der Chor hier dieser zu Unrecht vergessenen Musik und haucht ihr so neues Leben ein. |
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| Doppelchörigkeit tief empfunden |
Aus dem 300 Werke umfassenden Oeuvre von Fasch wurde für die zweite CD-Produktion (1994) die Hohe Messe FWV E3 ausgewählt, die erst 1993 ihre Wiederaufführung erlebte. Insgesamt ist diese Messe in ihrer prachtvollen Doppelchörigkeit und dem doppelt besetzten Orchester ein beeindruckender Beleg der künstlerischen Meisterschaft des Zerbster Meisters. Es finden sich neben zeitgemäßer musikalischer Affektausdeutung (wie im düsteren Crucifixus) expressive Chorpassagen zum Lobpreis Gottes aber auch durchsichtige Passagen in Concerto-Stilistik. Dieses fast einstündige Werk verlangt von den Choristen einen großen Kraftaufwand und innere Spannung. An wenigen Passagen wirkt der Chor daher etwas matt. An anderen Stellen hingegen spürt man tief empfundene legato-Linien und erlebt das Hineinfühlen des Chores in eine Klangwelt abseits der vordergründigen Festlichkeit. Der musikalische Einfallsreichtum, die Instrumentationskunst und Stilvielfalt Faschs machen das Werk in dieser adäquaten Interpretation zu einem Hörerlebnis. |
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| Plädoyer für die Mitteldeutsche Barockmusik |
Die erste CD-Aufnahme des Reichardtchores entstand 1992 in enger Zusammenarbeit mit der Internationalen Fasch-Gesellschaft e.V. Hier gibt der Chor erstmals ein überzeugendes Plädoyer für das Werk des ehemaligen Hofkapellmeister von Anhalt-Zerbst, Johann Friedrich Fasch, ab. Im Mittelpunkt steht die Hohe Messe D-Dur FWV G/D1, die Fasch 1727 für den sächsischen Hof komponiert hatte. Zusammen mit einem hervorragenden Solisten-Ensemble und dem "Akademischen Orchester" arbeitet der Universitätsmusiklehrer Jens Lorenz die Vielschichtigkeit dieser tief religiösen Musik heraus. Der große harmonische Bogen spannt sich überzeugend vom flächig-homophonen Kyrie zur prachtvollen Schlussfuge des Agnus Dei. Dabei wirken der ausgewogene Chorklang und die gute Sprachdiktion sehr wohltuend. Desweiteren findet sich auf dieser CD, aufgenommen in der Schlosskirche zu Bernburg, die Ouvertürensuite e-Moll FWV K/e1. |
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